Projekttag 3 – Kamera läuft!

Am letzten Projekttag setzten sich die Schüler_innen kreativ und handlungsorientiert mit ihrem Wahlthema durch dsa Medium Film auseinander, um so die erlernten Inhalte weiterzuverarbeiten. Die Idee, einen Film allein zu produzieren, motivierte die Schüler_innen sehr. Da die technische Einweisung und die Bildung der Mediengruppen möglichst wenig Zeit beanspruchen sollte, war die Verwendung anderer Medien im Projekt nicht vorgesehen.
In ihrem Film sollten die Schüler_innen einen Aspekt des Themas ihrer Wahl inhaltlich vertiefen, indem sie einen Lösungsansatz für ein gesellschaftliches Problem erarbeiteten bzw. einen nicht auflösbaren Widerspruch darstellten. Ob hierbei die Meinungen der beteiligten Schüler_innen im Mittelpunkt stehen sollten oder die anderer Personen – wie Passant_innen – entschieden die jeweiligen Produktionsgruppen selbst.
Damit der Dreh für die Kinder überschaubar blieb und von ihnen nachvollzogen werden konnte, arbeiteten sie in Kleingruppen von 4 bis 5 Schüler_innen. Dadurch konnte und musste sich jede_r nach eigenem Interesse und Fähigkeiten in die Produktion des Films einbringen.

Phasen des dritten Projekttags:

Einstieg – Der Tag begann mit einem Spiel und einer kurzen Phase, in der die Kinder wieder im Projekt ankommen konnten, indem die vorherigen Tage kurz in Erinnerung gerufen und der Tagesplan abgestimmt wurde.

Der Drehplan – Nachdem die Produktionsgruppen gebildet wurden, entschieden diese, wie sie ihren Film umsetzen wollten. Es standen ihnen dabei verschiedene Möglichkeiten der Umsetzung zur Auswahl. Die Schüler_innen entschieden sich hierbei zwischen einem Kurzfilm, Interviews und einer Nachrichtenreportage. Aus den fünf bis sechs Filmthemen, die wir ihnen vorgaben, konnten sie eines wählen. Unsere Themenvorschläge resultierten aus den Meinungen und Fragen, die bei den Schüler_innen im Zuge des zweiten Projekttages entstanden. Die Vorgaben sollten die Gruppen im Produktionsprozess unterstützen. Selbstverständlich konnten die Schüler_innen auch eigene Ideen umsetzen, solang diese zum Thema passten und realistisch umsetzbar waren.
Nach dieser Themenfindungsphase erstellten die Gruppen einen Plan für den Dreh der einzelnen Szenen, entwickelten Interviewfragen, etc.

Technikeinweisung – Die Produktionsgruppen entschieden selbst, welche zwei Schüler_innen für die technische Umsetzung verantwortlich sein sollten. Während der Rest der Gruppe den Drehplan fertig stellte, erhielten diese beiden eine Einweisung in die Technik. Die verwendete Technik ermöglichte es, mit nur einem Gerät zu filmen, zu schneiden und den Ton nachzubearbeiten. Bereits in früheren Projekten zeigte sich, dass Kinder dies in der Regel intuitiv sehr gut können, sodass ihnen die technische Umsetzung kein Problem bereitete.

Produktion – Während der Produktion mussten verschiedene Aufgaben übernommen werden. Neben der Bedienung der Technik galt es zu schauspielern, Interviews zu führen, Drehorte auszuwählen und vorzubereiten. Absprachen waren fortwährend notwendig. Einige Gruppenmitglieder erstellten ein Filmplakat, während andere den Schnitt und die Fertigstellung des Films übernahmen.

Die Kinder arbeiteten in allen Phasen der Planung und der Produktion fast vollständig eigenverantwortlich, konnten hierbei aber jederzeit auf die Unterstützung des Projektteams zurückgreifen. Die größte Herausforderung stellte es für die Schüler_innen dar, ihre Idee in einen Drehplan zu übersetzen. Während einige Gruppen dies in einem Planungsschritt umsetzen konnten, erstreckte sich dieser Prozess bei anderen über den gesamten Filmdreh. Entsprechend unterschiedlich nahmen die Kinder unsere Unterstützung in Anspruch.

Sichtung und Abschluss – Die fertigen Filme wurden im Klassenverband gesichtet und deren Inhalte thematisiert. In der abschließenden Auswertung hatten die Schüler_innen die Gelegenheit, ihre Meinungen zum letzten Projekttag wie auch zum gesamten Projekt zu äußern.

Produkte – Der Fokus des Projekts lag nicht auf der Produktion technisch und dramaturgisch einwandfreier Filme. Im Gegensatz zu Medienseminaren stand die Auseinandersetzung mit den Inhalten der Filme im Vordergrund. Aufgrund des engeren Zeitrahmens konnten technische und schauspielerische Vorübungen für den Videodreh leider nicht stattfinden. Eine stärkere Zusammenführung der inhaltlichen Arbeit mit vorbereitenden Medienübungen wäre für die Filmproduktion in künftigen Projekttagen mit Sicherheit gewinnbringend.

Strukturelle Hilfestellungen – Ein Projekttag stellt einen sehr kurzen Zeitraum dar, um die Schüler_innen zu befähigen, selbstständig Filme von inhaltlicher Relevanz zu erstellen. Anhand eines Themas eine Geschichte oder einen Interviewleitfaden zu entwickeln und diese/n filmisch so umzusetzen, dass die Intention der Filmemacher_innen dabei zur Geltung kommt, stellte eine große Herausforderung für die Kinder wie auch uns als Projektteam dar; umso mehr, da dies an einem Tag erfolgte.

Im Laufe des Projekts entschieden wir daher, stärkere strukturelle Vorgaben für die Konzeption der Filme zu machen. Dies sollte die Kinder dabei unterstützen, diese Herausforderung besser bewältigen zu können, und es ihnen erleichtern, ihr Projekt erfolgreich abzuschließen.

Grafik_Projekttag 3

Zum einen machten wir hierfür formale Vorgaben. So sollten sich die Schüler_innen an einer Gesamtfilmlänge von maximal 5 Minuten – verteilt auf insgesamt 3 Szenen – orientieren. Zum anderen empfahlen wir den Kindern eine Struktur für den Aufbau der Filme/Reportagen/Interviews. Diese sollte es den ihnen erleichtern, für die Szenen oder Interviewfragen einen Ablauf zu entwickeln, der einen Spannungsbogen aufweist und zu einem lösungsorientierten Abschluss kommt.

Die unten abgebildete Grafik diente den Schüler_innen als Vorlage für die Entwicklung der Szenen bzw. Interviewfragen. Dabei mussten die Vorgaben nicht 1:1 umgesetzt werden, sondern sollten die Schüler_innen lediglich unterstützen. Dies gelang sehr gut. So dienten unsere Vorgaben den meisten Gruppen als Startvorlage, über die sie im Laufe der Produktion hinausgingen. Es zeigte sich, dass die Schüler_innen sehr gut in der Lage waren zu entscheiden, welche formalen Vorgaben sie benötigten und welche nicht, um ihren Film zu drehen.

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