Projekttag 2 – Das Wahlmodul

Am zweiten Projekttag wurde in den Klassen jeweils ein Modul zu dem von den Schüler_innen gewählten Schwerpunkt durchgeführt. Den Kindern wurde ermöglicht, sich eine eigene Meinung zu bilden. Dazu gehörte es auch, die Meinungen anderer wahrzunehmen und gegebenenfalls nicht auflösbare Widersprüche auszuhalten. Ausgangspunkt war die Annahme, dass Kinder sehr wohl wahrnehmen, dass einige Menschen anders behandelt oder mit anderen Erwartungen konfrontiert werden. In der Regel haben sie ein starkes Ungerechtigkeitsempfinden.
Die exemplarische Vertiefung eines Themas leitete über zu allgemeineren Auseinandersetzungen mit Fragen der Gleichbehandlung und Benachteiligung sowie der Wirkung von Ausgrenzungen und Abwertungen von Menschen. Die angebotenen Vertiefungsmodule beruhen auf Diskriminierungskategorien, nach denen Menschen abgewertet und ausgegrenzt werden und die zentrale Bestandteile rechter Ideologien sind. Alle vorgeschlagenen Themen werden auf den folgenden Seiten vorgestellt. Im Projekt entschied sich die eine Klasse für das Thema „Kann mal jemand mit anpacken?“[1], die andere für „Tag der offenen Tür!“.

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Leitfragen – Zu jedem Modul waren Leitfragen formuliert, die eine Orientierung gaben, wie der Einstieg ins gewählte Thema gefunden werden kann. Grundlage für die Gestaltung des Tages bildeten die Fragen und die Ideen der Kinder; diese wurden aufgenommen und ergänzten den thematischen Zugang. Die Kernfragen, die vom ersten Tag mit übernommen wurden, lauteten: „Haben alle die gleichen Chancen, ihre Träume zu verwirklichen?“ und „Ist das gerecht?“.

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Inhalte und Methoden – Bei der Planung und Durchführung stand vor allem eine Frage im Mittelpunkt. Wie nah stehen die Schüler_innen dem gewählten Thema? Hieraus folgten die Entscheidungen zur Auswahl bestimmter Inhalte und Methoden. Gibt es Wissen und Vorstellungen der Schüler_innen, die für einen Austausch aktiviert werden können, um sich auszutauschen, oder ist es zunächst notwendig, neue Erfahrungen zu ermöglichen. Letzteres geschah dann unter anderem durch die Auseinandersetzung mit den Lebensgeschichten von Menschen, die bereits Diskriminierungserfahrungen gemacht haben.

Die folgenden Modulbeschreibungen enthalten jeweils neben einer allgemeinen möglichen Herangehensweise einzelne Vorschläge für Inhalte und Methoden.

 

[1] Der Titel des Moduls lautete im Projekt noch »Jetzt hab dich nicht so!«. Das Modul wurde umbenannt, um deutlicher zu machen, dass die wesentlichen Inhalte Rollenerwartungen an Mädchen und Jungen sind.