Arbeitsprinzipien des Projekts

Die kurzzeitpädagogische Arbeit mit Grundschüler_innen stellt die Zielgruppe und das durchführende Projektteam vor Herausforderungen. So gilt es nicht nur den Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden, sondern auch es ihnen zu ermöglichen, Vertrauen aufzubauen und sich offen auf die Projekttage einzulassen. Folgende Überlegungen waren daher für die Durchführung des Projekts relevant:

Anerkennung und Wertschätzung – hieß, keine Meinungen oder Äußerungen der Kinder zu tabuisieren, sondern sich mit diesen immer auseinanderzusetzen. Widerspruch und Intervention können hierbei anerkennende Reaktionen sein, sofern sie die Wertschätzung jedes Kindes unabhängig von Handlung und Meinung nicht in Frage stellen.

„Klasse, wie souverän mit zum Teil heiklen Themen und Äußerungen umgegangen wurde!“ (Lehrerin)

Transparenz – allen Kindern sollte zu jedem Zeitpunkt im Projekt die Möglichkeit geben werden, zu wissen, was warum zu einem bestimmten Zeitpunkt geschah. Eine Kommunikation mit den Eltern über die Köpfe der Kinder hinweg wurde deswegen konsequent vermieden. So gab es beispielsweise zu Beginn des Projekts einen an die Schüler_innen gerichteten Flyer, den sie neben einem Brief für ihre Eltern erhielten. Die Veröffentlichung von Bildern und Filmen erfolgte nur, wenn neben ihren Eltern auch die Schüler_innen dieser zugestimmt hatten.

Mitbestimmung – Kinder sind Akteur_innen, bestimmen wirkmächtig mit, geben Feedback, loben und kritisieren. Der Ablauf der Projekttage wurde kontinuierlich gemeinsam ausgehandelt. So wurde es den Schüler_innen ermöglicht, in hohem Maße an beitrag-bild-5ihrem Bildungsprozess mitzuwirken. Konkret zeigte sich das während des Projekts nicht zuletzt auch bei der Wahl des Vertiefungsthemas für den zweiten Projekttag durch die Kinder und dem Prozess, der sie zu dieser Wahl befähigte.

Prozessorientierung – In einem durch bestimmte Eckpunkte gesetzten Rahmen arbeiteten wir prozessorientiert. Die Interessen und Wünsche der Kinder hatten bei der Gestaltung und Durchführung der Projekttage einen sehr hohen Stellenwert. Wenn diese nicht berücksichtigt werden konnten, wurde transparent gemacht, warum diese im speziellen Fall nicht umsetzbar waren.

Ich fand gut, dass…„die Kinder die Möglichkeit hatten, in allen Programmpunkten selbst Entscheidungen zu treffen und die Kommunikation immer gefördert wurde.“ (Lehrerin)

Spiele Kinder brauchen Abwechslung, Bewegung und Spaß. Spiele hatten daher einen festen Platz im Projekt. Wir versuchten, diese so in das Programm zu integrieren, dass siebeitrag-bild-6 Lernerfahrungen aus anderen Methoden unterstützten (so nutzten wir bspw. ein Spiel, in dem Rollen getauscht wurden, wenn später unterschiedliche Perspektiven eingenommen werden sollten).

Varianz – Die Projekttage variierten zwischen Großgruppenspielen, Kleingruppenarbeit und Arbeitsphasen, in denen die Schüler_innen alleine arbeiten konnten. Darüber hinaus haben wir an den Projekttagen durch Wahl verschiedenster Methoden, Phasen der Bewegung mit denen der Ruhe kombiniert.

Team – Um eine ausreichend intensive Auseinandersetzung in den Kleingruppen zu ermöglichen und möglichst allen Kindern mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht zu werden, arbeiteten wir zu dritt mit den jeweiligen Klassen zusammen. Dies hat sich bewährt.