»Tag der offenen Tür!« – Können Behinderte überall mitmachen?

Insbesondere durch die Umsetzung der Behindertenrechtskonvention findet an immer mehr Schulen inklusiver Unterricht statt, was häufig Umstrukturierungen, aber auch Diskussionen über diese mit sich bringt. Zum Teil entstehen hierbei Ängste und Sorgen, dass nicht alle die Aufmerksamkeit und Zuwendung bekommen, die sie benötigen. Grundsätzlich haben alle Kinder Bedarf an Unterstützung, unabhängig davon, ob sie eine Behinderung haben oder nicht. Darüber hinaus existiert häufig ein verzerrtes Bild von dem, was Behinderung sein kann. Hierbei verschwindet oftmals die Person selbst hinter der Wahrnehmung ihres Äußeren, was neben Ausgrenzung auch zu einer Bevormundung führen kann, die über eine gewünschte Unterstützung hinausgeht.offene Tür (3)

Wie auch die anderen Projekttage, diente dieser dazu, die Vorurteile, Sorgen oder Bedenken bei Kindern abzubauen. Hierfür wurden sie darin bestärkt, anfängliche Vorbehalte gegenüber einer ihnen zunächst einmal ungewohnt erscheinenden Person zu reflektieren und zu überwinden, um sich eine differenzierte Meinung über diese bilden zu können. Kinder können so dazu motiviert werden, von sich aus gegen die Stigmatisierung anderer vorzugehen.

 Leitfragen:

  • Heißt eine Behinderung haben, nichts mehr machen zu können? Was sind Barrieren?
  • Warum brauchen einige Menschen Unterstützung?
  • Kann man jemandem zu viel helfen?
  • Sind Menschen mit Behinderung immer nett oder können sie auch gemein sein?
  • Was ist normal? Bin ich normal? Sind alle normal? Was sind meine Bedürfnisse?
  • Sind Menschen behindert oder werden sie behindert?
  • Können alle in meine Schule gehen? Welche Probleme könnte es geben?
  • Helfen Erleichterungen für andere Menschen auch mir?

Inhalte und Methoden – Die offene tür (2)Schüler_innen wählten dieses Modul, da sie bis dato – laut eigener Aussage – nichts über das Thema wussten und etwas darüber lernen wollten. Wichtig war es daher, zunächst Verständnis für die unterschiedlichen Herausforderungen zu bilden, mit denen Menschen mit Behinderung konfrontiert sind. Darauf aufbauend sollte ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass Hindernisse überwunden werden können – wenn auch hierfür zum Teil Unterstützung notwendig ist. Durch die Arbeit mit Biographien sowie eine persönliche Begegnung konnte eine Vorstellung über unterschiedliche Lebenswege, Träume und Chancen vermittelt werden.

  • Arbeiten mit Biographien und persönliche Begegnung: Wie konnten Hindernisse überwunden und Träume verwirklicht werden?
  • Gebäude-Check (mit Augenbinden oder Rollstuhl): Welche Schwierigkeiten müssen überwunden werden?
  • Web-Seiten-Check: Welche Hilfen gibt es, um eine Web-Seite zu verstehen?
  • Rechte-Check: Ist die Behindertenrechtskonvention umgesetzt worden?

offene türFür unseren Projekttag konnten wir Alexander Abasov als Gesprächspartner gewinnen; er ist Tetraspastiker. Er berichtete aus seinem Leben und beantwortete ausführlich alle Fragen der Schüler_innen. Als er den Kindern erzählte, von welchem Fußballverein er Fan ist, war das Eis auch beim letzten gebrochen. Der Besuch hinterließ einen großen Eindruck auf die Kinder.