»Kann mal jemand mit anpacken?« – Werden Jungen und Mädchen immer gleich behandelt?

In der heutigen Gesellschaft existieren viele Bilder, die zeigen, wie Männer und Frauen bzw. Mädchen und Jungen sich zu verhalten haben, um nicht aus dem Rahmen zu fallen und eventuell ausgegrenzt zu werden. Dies stellt Kinder und Jugendliche vor unterschiedlichste Anforderungen, die mitunter nicht nur schwer miteinander zu vereinbaren sind, sondern sich zum Teil auch gegen die eigenen Wünsche und Bedürfnisse richten. Für viele ist dies eine Überforderung. Ebenso gehen gesellschaftspolitische Diskussionen über 22% Gehaltsunterschied zwischen Frauen und Männern[1], Frauenquote und Betreuungsgeld auch an Kindern nicht spurlos vorbei. Gerade auf Mädchen kann diese Chancenungleichheit sehr entmutigend wirken. In diversen Medienformaten überwiegen außerdem Bilder von stark stereotypisierten Frauen, die immer nur einkaufen wollen, und Männern, die Geld und teure Autos haben und sich die Frauen aussuchen können. In solchen Darstellungen werden Probleme durch die Aufgabe der eigenen Persönlichkeit oder die Anwendung von Gewalt und Dominanz gelöst.

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Die Zielgruppe, an die sich die Projekttage richten, befindet sich in einer Phase, in der der eigene Platz in der Gesellschaft erst noch gefunden werden muss; die Kinder orientieren sich. Die Gefühle, die entstehen, wenn jemand sich Anforderungen nicht gewachsen fühlt und Erwartungen nicht erfüllen kann oder möchte, können sehr verschieden sein.
Die Schüler_innen bekamen in diesem Baustein die Chance, Rollenerwartungen zu erkennen und zu reflektieren sowie zu diesen eigene Positionen zu entwickeln. Jedem Kind Gehör zu verschaffen, brachte viele Meinungen in der Klasse zu Tage, wodurch es zu kontroversen und sehr produktiven Auseinandersetzungen kam.

 Leitfragen:

  • Gibt es das typische Mädchen? Gibt es den typischen Jungen?
  • Gibt es Eigenschaften, Hobbys oder Einstellungen, die nur zu Jungen oder nur zu Mädchen passen?
  • Warum bin ich (nicht) gerne ein Mädchen? Warum bin ich (nicht) gerne ein Junge?
  • Wie sollen Jungen oder Mädchen sein? Welche Erwartungen stellen Lehrer_innen, Freund_innen, Eltern? Sind diese fair?
  • Wie will ich sein? Darf ich so sein? Kann ich so sein?

anpacken 1 Inhalte und Methoden – In diesem Modul bot sich eine Auseinandersetzung mit eigenen Erwartungen der Schüler_innen an und denen, die an sie gestellt werden. Durch Irritationen konnten Rollenerwartungen erkannt, benannt und letztlich hinterfragt werden. Die Schüler_innen diskutierten auch persönliche Erfahrungen und als unfair empfundene Anforderungen. Dabei konnte nicht immer ein Konsens gefunden werden und einige Widersprüche blieben bestehen.

  • „Ich bin (nicht) gerne ein Junge/Mädchen weil/wenn/das/der…“ – Ideensammlung und Diskussion
  • Sammeln von Hobbys und Eigenschaften – Passen die wirklich nur zu einem Geschlecht?
  • Lesen einer Geschichte mit vertauschten Rollen
  • Rollenspiele

 

[1] Wert für 2013, Quelle: Statistisches Bundesamt

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