»Du hast hier nichts zu suchen!« – Wer entscheidet, wer in Deutschland leben darf?

Ein übersteigerter Nationalismus führt zur Abwertung und Ausgrenzung von Menschen anderer Staatsbürgerschaft. Dabei gibt es teilweise erhebliche Überschneidungen mit rassistischen Diskriminierungen. Aktuell kann dies an den Debatten um die Unterbringung und Versorgung von Geflüchteten in Deutschland verfolgt werden. Diskussionen um eine homogene Nationalkultur, also darum, was deutsch sei und was nicht, spiegeln wider, wie Ausgrenzung oft praktiziert wird.
In vielen Schulklassen gibt es Schüler_innen, die keinen deutschen Pass haben oder einen weiteren als nur den deutschen. Zudem macht es einen erheblichen Unterschied, ob dieser Pass beispielsweise französisch und damit ein europäischer Pass ist, oder aber türkisch oder marokkanisch. Auch haben einige Schüler_innen keine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis. Dies zeigt sich in der Auseinandersetzung mit dem rechtlichen Status der Schüler_innen sowie den alltäglichen Schwierigkeiten, mit denen sie zu kämpfen haben, und den Einstellungen gegenüber der jeweiligen Nationalität, der manchmal noch vor der Person Beachtung geschenkt wird.
Die Themen Migration, Flucht und Asyl sind Kindern aus den Medien und oft auch aus Diskussionen im Elternhaus bekannt. Die Debatten führen meist Erwachsene, ohne Kinder aktiv mit einzubeziehen. Dennoch bekommen diese die zudem häufig stark polarisierenden und emotional geführten Diskussionen mit. Dies kann Unsicherheit erzeugen und die Entwicklung eines eigenen Zugangs zum Thema erschweren.

nichts zu suchen (2)

Leitfragen:

  • Warum gibt es Landesgrenzen? Sind diese für alle gleich?
  • Warum ziehen einige Menschen in ein anderes Land um?
  • Was ist Flucht? Was ist Asyl? Welche Rechte haben Asylbewerber_innen?
  • Welche Rechte haben Kinder, wenn sie von dem einen in ein anderes Land ziehen?
  • Welche Schwierigkeiten kann es geben? Kann man diese lösen?
  • Was sind Vorurteile? Können Vorurteile Menschen schaden?

Inhalte und Methoden – Um verzerrten Vorstellungen darüber, warum Menschen in ein anderes Land gehen, entgegen zu wirken, ist in diesem Modul wichtig, mediengestützt oder durch eine persönliche Begegnung die Geschichten und Erfahrungen anderer Menschen weiterzugeben, die migriert sind. Darüber hinaus sollte es den Kindern ermöglicht werden, selbst die Erfahrung zu machen, dass Kommunikation durch Sprachbarrieren erschwert wird. Gemeinsam sollen Ideen entwickelt werden, wie diese Schwierigkeiten überwunden werden können, um Ausgrenzung zu verhindern.

  • Arbeit mit persönlichen Begegnungen und – wo dies nicht möglich ist – mit Biographien und persönlichen Geschichten, die einen Einblick darin geben, was es bedeutet, in ein anderes Land zu gehen?
  • Kommunikationsmethoden – Der Aspekt von Fremdsprachen
  • Grenzerfahrungen – Methoden zum Verständnis von Grenzen, Einschluss in und Ausgrenzung aus Gruppen

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