»Die sind eben so« – Bestimmt der Geburtsort den Charakter eines Menschen?

Rassismus ist die Diskriminierungsform, die wahrscheinlich als erste mit rechten Ideologien assoziiert wird.[1] Wie wenig es sich hierbei um ein Randphänomen handelt, sieht man u.a. daran, dass weit über die rechten Szenen hinaus Menschen aufgrund ihrer vermeintlichen Herkunft oder Vorfahren diverse Eigenschaften zugeschrieben werden. Selbst wenn einige Zuschreibungen gut gemeint sind, so sind sie doch pauschale Urteile, die die Betroffenen in ihrer Individualität abwerten. Rassistische Vorurteile sagen mehr über diejenigen aus, die sie besitzen, als über jene, die sie zu beschreiben versuchen. Auch werden sie meist nicht reflektiert und sind mit Fakten nur schwer auszuräumen. Sie halten sich häufig selbst dann hartnäckig, wenn bereits gegenteilige Erfahrungen gemacht wurden. Letztere werden meist nicht als Widerspruch zu den Vorurteilen, sondern als Ausnahme der Regel betrachtet. Schlechte Eigenschaften und angeblich abweichendes Verhalten werden so pauschal auf Menschengruppen bezogen. Wenn pauschale Zuschreibungen in Berichten und Diskussionen genutzt werden und es Kindern nicht möglich ist, diese Ausgrenzungstechniken in vollem Umfang nachzuvollziehen, kann dies Ängste schüren.

6B (5) In den meisten Klassen gibt es Kinder, die schon Erfahrungen mit rassistischen Diskriminierungen machen mussten. Je nach Gruppe kann dieses Modul entweder dazu genutzt werden, sich über eigene Diskriminierungserfahrungen auszutauschen oder um zu analysieren, dass und inwiefern Pauschalisierungen unfair sind. Gemeinsam sollte versucht werden, mögliche Umgangswege in beiden Konstellationen zu finden.

Leitfragen:

  • Gibt es Unterschiede zwischen Menschen aus verschiedenen Ländern? Sind alle Deutschen gleich? Deutsch sein – Was bedeutet das eigentlich? Was verbinden wir damit?
  • Sind wir alle gleich? Wie unterscheiden wir uns? Was sind unsere Gemeinsamkeiten?
  • Wer ist „fremd“? Können „Fremde“ sich in Deutschland zu Hause fühlen?
  • Wieso soll man manche Begriffe nicht sagen? Wer wird damit beleidigt?
  • Warum geht es Menschen schlecht, wenn sie rassistisch beleidigt werden?

Inhalte und Methoden: An diesem Projekttag sollte vor allem das Bewusstsein für die eigene Identität gestärkt werden. Darauf aufbauend soll der dadurch ersichtlichen Vielfalt der Gruppe wertschätzend begegnet werden, so dass auch andere Identitäten als positiv erfahren werden. Darüber hinaus kann durch verschiedene Methoden versucht werden, Zivilcourage zu stärken. So werden Ungerechtigkeiten aufgedeckt und benannt. Hierauf aufbauend kann zudem gemeinsam überlegt und erprobt werden, wie man gegen diese vorgehen kann. Dies gibt allen Kindern die Möglichkeit, sich in der Rolle einer unterstützenden Person zu erleben.

  • Biographische Zugänge
  • Auseinandersetzung mit Vorurteilen
  • Rollenspiele zur Stärkung von antidiskriminierendem Verhalten
  • Gewaltbarometer – Was ist Gewalt? Geht das alle etwas an?

eben so

[1] Das Modul hieß im laufenden Projekt »Die sind eben so!« – Hat Herkunft etwas mit Eigenschaften zu tun?. Der Titel wurde im Zuge der Auswertung des Projekts für die Dokumentation geändert, um so für Kinder besser verständlich zu sein.

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